Die 1968 gegründete DKP steht in der Tradition der KPD, die Adenauer zwölf Jahre zuvor verbieten ließ. Das Ende der Sozialismus in Europa war auch für uns ein tiefer Einschnitt, von dem wir uns allmählich wieder berappeln. Die DKP hat heute in Ost und West knapp 5000 Mitglieder, in den letzten Jahren nimmt die Zahl der Neueintritte vor allem Jüngerer zu.
Ziel der DKP ist letztlich eine sozialistische Welt, in der Ausbeutung und Krieg abgeschafft sind. Wer sich gegen den Abbau demokratischer und sozialer Rechte und für eine friedliche Welt einsetzen will, findet seine Mitstreiter in der DKP.
Der Parteivorstand hat seinen Sitz in Essen, Parteivorsitzender ist Heinz Stehr. Die DKP gibt die Wochenzeitung "Unsere Zeit" heraus, in dem mit uns befreundeten Verlag "Neue Impulse", über den man auch Literatur aller Art beziehen kann, erscheint die theoretische Zweimonatszeitschrift "Marxistische Blätter". Darüber hinaus gibt es zahlreiche Betriebs- und Stadtteilzeitungen.
Die DKP arbeitet eng mit der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) und der Assoziation Marxistischer Studenten (AMS) zusammen. Nahe stehen uns auch die "Marx-Engels-Stiftung" in Wuppertal und die "Ernst-Thälmann-Gedenkstätte" in Hamburg, beide veranstalten wissenschaftliche Tagungen. Die "Karl-Liebknecht-Schule" in Leverkusen bietet Seminare, Diskussionsforen und - mit Internetunterstützung - Fernlehrgänge in Sachen Marxismus an.
Und bevor jemand meint, Kommunisten
seien bierernst: Alle zwei Jahre gibt es das UZ-Pressefest, das größte
Volksfest der Linken in Deutschland. In gut einem Jahr ist es wieder so
weit!
1. Kommunisten
sind unbelehrbar
Da ist was dran. Von denen,
die Arbeitsplätze abbauen, Löhne drücken und Kriege anzetteln,
lassen wir uns einfach nicht belehren. Wohl aber von wissenschaftlichen
Erkenntnissen, von der politischen Praxis. Und deswegen wird in der DKP
oft diskutiert, dass die Fetzen fliegen.
2. Kommunisten
nehmen der Oma ihr kleines Häuschen weg
Grundfalsch. Machen wir
garantiert nicht. Das machen die Sparkassen und Banken. Und deswegen wollen
wir denen eins auf die Finger geben, damit die Oma ihr kleines Häuschen
behält.
3. Kommunisten
schielen doch auch nur darauf, über die Politik an einträgliche
Pöstchen zu kommen
Ebenfalls daneben. Wir sind
rot, nicht grün oder rosa. Und wir heißen auch nicht PDS. Wer
Kommunist wird, hat eher die Chance, aus politischen Gründen im Knast
zu landen als dicke Gelder nach BAT zu kassieren. Wer gesellschaftliche
Karriere machen will, sollte besser die Finger von der DKP lassen.
4. In der DKP
gibt es keine Demokratie.
Der Parteivorstand entscheidet
letztlich alles
Auch verkehrt. Die DKP ist
demokratisch, unsere Mitgliederversammlungen sind öffentlich, alle
Vorstände und Parteitagsdelegierten werden gewählt. (Könnt
Ihr nachprüfen!) Bei Kommunistens ist es allerdings nicht üblich,
sich aus persönlichem Ehrgeiz in politische Ämter zu drängen.
Und wenn wir mit einer Vorstandsentscheidung unzufrieden sind, dann sagen
wir das auch.
Und wer den Quatsch aufgebracht hat, Kommunisten seien autoritär und diskussionsunfähig, ist uns schleierhaft. Bei uns wird so lange diskutiert, bis ein gemeinsamer Beschluss gefunden ist. Und jedes Parteimitglied vertritt diesen Beschluss nach außen. Basta!
5. Kommunisten
sind von gestern
Aber klar doch: die kommunistische
Bewegung ist jetzt über 150 Jahre alt. Seitdem stehen wir in fast
allen Ländern dieser Welt an der vordersten Front: in sozialen Bewegungen,
bei Streiks und wenn es nicht anders geht, auch in bewaffneten Aufständen.
Seit 150 Jahren überprüfen wir immer wieder unsere Standpunkte
und analysieren die gesellschaftliche und politische Entwicklung. Nur weil
wir von "gestern" sind, können wir aufgrund unserer geschichtlichen
Erfahrung die Probleme von heute erfassen und nach Gegenwehr suchen.
6. Die DKP lehnt
den Parlamentarismus ab.
Die DKP setzt
auf den Parlamentarismus
Für diesen Widerspruch
können wir nichts. Bürgerliche Politiker und Journalisten werfen
uns vor, wir seien gegen den Parlamentarismus. Anarchisten und halbintellektuelle
Tresen-Linke hingegen beschuldigen uns, wir seien für den Parlamentarismus.
Also was denn jetzt?
Noch einmal: Für uns ist die Arbeit in Parlamenten ein Aspekt des politischen Kampfes - gesellschaftliche Veränderungen lassen sich letztlich nur durch die Aktivität der Bevölkerung durchsetzen. Und deswegen setzen wir auf die außerparlamentarische Bewegung. Und wenn wir meinen, politisch etwas bewegen zu können, schrecken wir auch vor einer Kandidatur zu Wahlen nicht zurück.
7. Ist ja ganz
nett, was die Kommunisten wollen,
aber leider aber nicht realisierbar
"Seien wir realistisch.
Versuchen wir das Unmögliche!" sagte Che Guevara. Wenn die kubanischen
Revolutionäre sich dieses Vorurteil zu eigen gemacht hätten,
würden die Enkel des Diktators Batista immer noch Kuba ausbeuten,
Havanna wäre immer noch der Puff der USA, und die Zuckerrohrarbeiter
würden immer noch hungern. Vor Rückschlägen kann die Menschheit
nie sicher sein - dass Veränderungen aber möglich sind, zeigt
die Geschichte der Revolutionen. Und wir lernen aus unseren Fehlern!