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| Agenda 2004
Butter statt Kanonen. Sozialaufbau statt Sozialabbau |
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| Deutschland werde am Hindukusch
verteidigt, meint Struck. Afrika solle zum „Experimentierfeld“ einer europäischen
Sicherheitspolitik werden, bei der die neuen EU-Kampfverbände eingesetzt
werden sollten, äußerte das Handelsblatt am 9. 2. 2004.
Man stelle sich vor, der chinesische Verteidigungsminister wollte mit einem Kontingent Soldaten Chinas Freiheit am Teutoburger Wald sichern. Oder, die Organisation afrikanischer Staaten sähe das Gelände der EU als „Experimentierfeld“ einer eigenen Truppe an. Welch ein Aufschrei ginge durchs Land! Die Anmaßungen der deutschen Machtelite finden in einer „transatlantischen Partnerschaft für das 21. Jahrhundert“ Anerkennung vom derzeit größten Militaristen dieses Jahrhunderts. „Herzlich willkommen, wieder zurück“, meinte Bush zu Schröder in diesen Tagen. Schröders Machtkartell weiß, was es will: Sozialabbau und Militarisierung. Doch: Agenda 2010 und gleichzeitig Krieg gegen den Irak, das wäre nicht gelaufen. Also mimte Schröder den Friedlichen, um in der Agenda 2010 den kleinen Leuten die Butter vom Brot zu nehmen, die er den Reichen und Superreichen als Goldbatzen diskret hinterher wirft. Die Ausplünderung der eigenen Leute hat kräftige Fortschritte gemacht. Viele glauben, dies sei zu ihrem eigenen Besten. Die Agenda 2010 ist durchgezogen. Die deutsche Machtelite kann wieder Krieg spielen wie damals gegen Jugoslawien. Die Schnelle Eingreiftruppe wird aufgebaut. Erfahrung hat man aus den geheimen Operationen des „Kommando Spezialkräfte“ in Afghanistan. Gefangene werden kaum gemacht, berichten Frontheimkehrer, und wenn, dann werden sie amerikanischen Soldaten übergeben. Von diesen sind seit kurzem Videos bekannt, auf denen sie kaltblütig irakische Verwundete erschießen. Mit „Herzlich willkommen, wieder zurück“ belobigt der Chef dieser Kaltblütigen den deutschen Kanzler. Bush weiß, was er an ihm hat: Ohne die Militärbasen in Deutschland hätte Bush den Irakkrieg kaum führen können. Aufmarsch und Nachschub liefen weitgehend über die deutschen Basen. Britische B52-Bomber, in England zum Kampfeinsatz gestartet, überflogen mit ihrer tödlichen Ladung Deutschland. Über dem Irak wurde die Ladung ausgeklinkt. Schröders Übereinkunft mit Bush und Blair war nichts weniger als Beihilfe zum Mord. Da sind es schon „Peanuts“, wenn ein paar Hundert deutsche Soldaten nach Kunduz in Afghanistan abkommandiert sind, um für Ruhe bei der Heroinproduktion des afghanischen „Verteidigungs“ ministers zu sorgen. Dieser Mann beherrscht als Warlord die Gegend von Kunduz und finanziert seine Schießgesellen aus dem Opium- und Heroingeschäft. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wurde es abgemacht, mit Bush wurde es besiegelt: Nicht mehr lange und deutsche Soldaten werden im irakischen Guerillakrieg verfüttert. „Herzlich willkommen, zurück in der Kiste“ könnte es dann heißen. Über Krieg und Frieden, über Mord und Totschlag also, entscheidet künftig nach der vorgesehenen europäischen Verfassung die Europäische Kommission. Der Bundestag ist ausgeschaltet. Das Europäische Parlament wird nicht gefragt. Es erhält lediglich ein „Recht“ auf Informierung. Das heißt, es darf sich von Propagandamärchen des künftigen Europäischen Außenministers zumüllen lassen. Gegenrede entfällt in der EU-Kommission, wenn die deutschen Vorstellungen zu Mehrheitsentscheidungen durchgepaukt sind. Weitere Reformen seien notwendig, verkündete frisch der Kandidat für den Job des Bundespräsidenten, Horst Köhler. Bisher war er Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der IWF vergibt Kredite an ärmere Länder, aber nur wenn sich das Empfängerland zum Abbau sozialer Leistungen verpflichtet: Privatisierung der öffentlichen Dienste; für Bildung maximal 3% vom Bruttoinlandsprodukt (BIP), für medizinische Versorgung max. 6% vom BIP; für Renten und Pensionen entsprechend wenig. Noch liegt Deutschland deutlich über diesen Zahlen. Die herrschenden Klassenkämpfer werden in den nächsten Jahren auch unser Land auf die IWF-Limits herunterbringen wollen. Versuche, gewerkschaftlichen Widerstand beiseite zu räumen, werden weiter gehen. Die Herrschenden äußern, es sei am besten, „wenn Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände fusionieren“ (Frankfurter Rundschau FR, 4. Februar 2004, S. 15). Eine solche Fusion hatten wir unter den Nazis. Sie hieß „Deutsche Arbeitsfront“. Wenig später kamen die Kriegsfronten. Der Sozialabbau schaufelt Geld in die Kriegskassen des Bundes und der Konzerne, um vermeintlich „Deutschland über alles in der Welt“ erheben zu können. Mit dem Sozialabbau, den die bürgerlichen Klassenkämpfer als alternativlos hinstellen, muss Schluss sein. Ebenso muss Schluss sein mit Schnellen Eingreiftruppen, die die Allmachtsfantasien deutschen Kapitals und deutscher Politiker verwirklichen sollen. Die heutigen Kriegseinsätze bezwecken vor allem, den Sozialabbau auch in andern Regionen der Welt durchzupeitschen, wenn die Erpressungsversuche des IWF nicht gelingen. Ferne Staaten, die höhere soziale Standards einhalten, als es der IWF erlaubt, werden mit allen Mitteln attackiert, bis hin zu Putschversuchen und Rebellionen. Droht deshalb dem Land ein Blutbad, so tritt schnell eine Eingreiftruppe auf, die als Erstes die Privatisierung öffentlicher Dienste, die Kostenpflicht für medizinische Versorgung, die Einführung von Schulgeld und den Abbau von Umweltstandards überwacht. Die weltweite Dumpingspirale wird dort wie hier ein Stück weitergedreht. Wie ein Kasino-Junkie betreibt Schröder dieses Spiel. Aber er wisse nicht, wohin es führe, erklärte er vor einigen Jahren der FR. Stattdessen unsere Agenda 2004: Soldaten kommt zurück aus Afghanistan,
geht nach Hause.
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| Millionenspiele
Tabulos und phantasievoll,
so schallt es uns aus den herrschenden Medien entgegen, solle die Diskussion
um den Umbau des Sozialstaats geführt werden. Nun denn.
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| Wohlmeinende Millionäre
können auch Weihnachtsgeld zahlen – das erwirtschaften sie locker
aus ihren Zinsen, ohne an das Vermögen gehen zu müssen. Richtige
Leistungsträger und Unternehmerpersönlichkeiten, die es unter
den Millionären ja zahlreich geben soll, erhalten das Recht, ihren
Arbeitslosen zu zeigen, wie Marktwirtschaft geht, indem sie mit ihnen ein
Kleinunternehmen gründen. Wenn’s nicht fluppt, können diese Angestellten
ja ohne jeglichen Kündigungsschutz sofort wieder von ihm von der Unternehmenskasse
in die familieninterne Arbeitslosentransfer-Kasse umgebucht werden, völlig
unbürokratisch.
Organisiert wird das alles vom Arbeitsamt, das mit der Zeit im-mer weniger zu tun haben wird. Die dann dort entstehenden neuen Arbeitslosen werden den in diesem Lande mit Sicherheit nachwachsenden neuen Millionären zugeordnet. So erreicht dann die SPD doch noch das Ziel der alten revolutionären Sozialdemokratie, die Arbeitslosigkeit abzuschaffen, und verschafft gleichzeitig im Sinne der Modernisierer den Millionären eine soziale Aufgabe. Manfred Sohn |
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| Gesundheits“reform“:
vom Albtraum zur Realität
„Weil du arm bist, musst
du früher sterben.“ Schon öfter konnte man in vergangenen Monaten
auf Demonstrationen gegen Sozialabbau und Gesundheits „reform“ Transparente
mit dieser Losung antreffen.
Strafgebühr für Kranke: „Haste mal 10 Euro?“ Insbesondere die Einführung
der so genannten „Praxisgebühr“ sorgt für große Empörung.
Die Opfer: Leute wie du und ich Es trifft wieder einmal in
erster Linie die „Normalverdiener“ und die schwächeren Einkommensschichten.
Die „Ärzte Zeitung“ fragte schon in ihrer Ausgabe vom 23./24.01 „Lässt
die Reform Arme seltener zum Arzt gehen?“
„Fehlzeiten-Report“ setzt Alarmzeichen Der „Fehlzeiten – Report“
der AOK vom Dezember 2003 macht deutlich, wie sehr der ökonomische
Druck sich auf den Umgang mit Krankheit auswirkt. Bei den AOK-Mitgliedern
lag der Krankenstand im Jahr 2002 bei 5,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr
gingen die Krankenstände in den meisten Branchen zurück oder
blieben stabil. Jedes AOK - Mitglied war damit im Durchschnitt 19 Kalendertage
krank geschrieben. Die Zahl der Krankheitstage nahm damit im Vergleich
zum Vorjahr erneut ab, in 2002 um 1,9 Prozent. Auch die durchschnittliche
Dauer der Krankmeldungen war mit 12,3 Tagen etwas niedriger als im Vorjahr.
5,6 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage waren auf Arbeitsunfälle
zurückzuführen.
„Praxisgebühr“ nur die Spitze des Eisberges Die 10 Euro Strafgebühr
sind nur der Anfang. Die Liste der weiteren Belastungen ist so groß,
dass hier kein Platz zur Darstellung ist. Deshalb nur eine ganz kleine
Auswahl aus dem „Katalog der Grausamkeiten“:
Und die Alternativen? Gibt es wirklich nur die
Wahl zwischen „Pest (= Erhöhung der Kassengebühren) und Cholera
(= Kürzung oder Verteuerung der Leistungen)? Ist die „Bürgerversicherung“
die Lösungsvariante oder nur ein neuer Schritt zur Aushebelung des
paritätisch (von Arbeit“nehmern“ und Arbeit“ gebern“) gleichermaßen
finanzierten Kassenbeitrages?
Dr. Hans-Peter Brenner |
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Dr. Hans-Peter Brenner
Sprecher der Gesundheitskommission
Kandidat zu den EU-Wahlen am
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| Vor einem Jahr überfiel
die Bush-Regierung den Irak. Heute weiß jeder: Bushs "Beweise" für
die Gefährlichkeit des Iraks waren zusammengebastelt und haltlos.
Einige dieser haltlosen Basteleien kamen vom deutschen Bundesnachrichtendienst.
Der CDU-Militärexperte und Bundestagsabgeordnete Friedhelm Pflüger
sieht sich deshalb von der Schröder-Regierung hintergangen.
Die Machtelite in der EU, allen voran die Schröder-Clique, wollen die EU zu einer Militärmacht aufbauen. Die EU soll an jedem Punkt der Erde mit Soldaten, Hubschraubern, Panzern und Bombern aufkreuzen können. Ganz so, als wäre Bushs Irak-Krieg nicht Warnung genug. |
| Veranstaltung
mit Arno Neuber
Kandidat der DKP zu den EU-Wahlen Donnerstag, 27. Mai 2004 – 19:30 Uhr
Die EU gibt fürs Militär so viel aus, wie der Rest der Welt zusammen (ohne die USA). Im Entwurf einer EU-Verfassung ist eine dauernde Aufrüstung aller EU-Staaten vorgesehen. Ein „Europäisches Amt für Aufrüstung“ soll dies kontrollieren. Es soll in Koblenz beim Bundeswehr - Beschaffungsamt angesiedelt sein. Die EU baut einen eigenen Militärstab auf mit Sitz in Potsdam. In Potsdam wurden schon der 1. und der 2. Weltkrieg geplant. Jetzt werden neue Pläne gemacht: Es geht um den Einsatz der
europäischen Spezialtruppen auf der ganzen Welt. Gedrängt von
Deutschland
Die DKP sitzt dieser Legende nicht auf. Die DKP kritisiert die deutsche und europäische Militärpolitik, die unermessliche Summen verschlingt, anstatt sie in die soziale Absicherung zu stecken. |
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| Am 13. Juni wird das Europäische
Parlament gewählt. Die DKP beteiligt sich mit einer eigenen Liste
an diesen Wahlen. Die DKP stellt den Zusammenhang von Militarisierung und
Sozialabbau in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfes.
Unser Referent: Arno Neuber, Baden-Württemberg, ist im Beirat der Informationsstelle Militarisierung (IMI). Er hat Vieles zum Thema Militarisierung veröffentlicht, zuletzt den isw-report "Militärmacht Europa". Deutsche Kommunistische Partei, Kreis Bonn / Rhein – Sieg |