Zeitung der Deutschen Kommunistischen Partei in Bonn
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Milliardengeschenke an die Konzerne Gewinnsteuer für Konzerne praktisch abgeschafft “Im internationalen Vergleich ist Deutschland eine Steueroase. Kapitalgesellschaften - AGs, GmbHs - leisten en bloc überhaupt keine Beitrag mehr zur Staatsfinanzierung. Die Steuerlast, über die die deutsche Wirtschaft immer noch klagt, ist ein Phantomschmerz. Die steuerlichen Verhältnisse sind nicht so, wie sie öffentlich noch dargestellt werden.” Die ist keine Feststellung einer Gewerkschaft oder einer linken Organisation - sondern vom Chefkommentator des unternehmerfreundlichen Handelsblatt (28. August 2001). Er ging damals davon aus, dass 2001 nur noch ein Drittel der Einnahmen aus der Körperschaftssteuer (das ist die Gewinnsteuer für Unternehmen) von 2000 hereinkommen würde. In Wirklichkeit brachte das Jahr 2001 einen Totalausfall der Körperschaftssteuer - mehr noch: insgesamt zahlten die Finanzämter 0,4 Mrd. Euro mehr an Körperschaftssteuer zurück als sie einnahmen. Im Jahr 2002 gab es eine ähnliche Entwicklung. Ursache für diese Entwicklung ist weder eine “flaue” Konjunktur noch einbrechende Gewinne der Konzerne. Im Gegenteil, die Gewinne der Konzerne sind 2001 sogar noch gewachsen. Auch das Bruttoinlandsprodukt nahm um 0,6 Prozent zu. Die Ursachen sind in der Unternehmenssteuerreform der Bundesregierung zu sehen:
Auch die anderen Teile der mehrstufigen Steuerreform sind Reformen zur Entlastung der Großverdiener. “Spitzenverdiener profitieren am stärksten”, schreibt das Handelsblatt. Mit der jetzt auf 2004 vorgezogenen Stufe der Steuerreform wird der Spitzensteuersatz, der bei einem Jahresverdienst von über 100.000 Euro greifen, noch mal um 6,5 Prozentpunkte abgesenkt - auf dann 42 Prozent. Unter “Rot-Grün” wurde er dann insgesamt von 53 Prozent auf 42 Prozent - also um 11 Prozentpunkte - abgesenkt. Geld ist genug da - für Gesundheit, Bildung, .... Laut Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds könnte die Rücknahme dieser “Reformen” bei der Körperschaftssteuer 15 Mrd. Euro bringen, zusätzlich die Wiedereinführung der Börsenumsatzsteuer 7,5 Mrd. Euro, die Reform der Erbschaftssteuer 4. Mrd. Euro. Weitere Milliarden könnten durch eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer eingenommen werden. Die ständige Leier “Es ist kein Geld da” von Regierungs- und Oppositionsseite und von Unternehmerverbänden entpuppt sich also als bewusste Lüge. Geld ist genug da für ein kostenloses und gutes Gesundheitswesen, für Bildung für alle, für Kinderbetreuung und und und. Geld ist genug da, nur wird es an Konzerne und Millionäre verteilt, also an diejenigen, die in dieser Gesellschaft, dem Kapitalismus das Sagen haben. Was tun? Stellen wir uns die Frage:
Wem nützt es, wenn sich ausgerechnet eine sozialdemokratisch / Grüne
Regierung zu Vollstreckern kapitalistischer Profit- und Kriegspolitik freiwillig
degradiert? Es hilft nicht, die Faust in der Tasche zu ballen. Die Faust
muss raus aus der Tasche.
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