Zurueck

Nummer 17, Maerz 2001

Rote Blätter
Zeitung der Deutschen Kommunistischen Partei Bonn
 
Inhalt:
Internationaler Frauentag heute
Gesamtschule:Elternwille ohne Bedeutung?
Nachgefragt
12. UZ Pressefest der DKP
Stichwort:8. Maerz
Was hat die Bilanz der Deutschen Bank mit dem Schimmel an Bonns Schulgebäuden zu tun?
Vor 2 Jahren. Es begann mit einer Lüge: Der Angriff der NATO auf Jugoslawien
Internationaler Frauentag heute
 
Betrachten wir die Ursprünge des Internationalen Frauentages ( s. unser Stichwort ), stellt sich die Frage ob ein solcher „Kampftag für Frauenrechte“ im Jahre 2001 noch zeitgemäß ist:

Wählen dürfen die Frauen inzwischen - vorausgesetzt sie haben die deutsche Staatsbürgerschaft oder die eines anderen EU-Staates. 
Frauen haben sich den Zugang zu Bildung und Erwerbstätigkeit erkämpft. Für viele ist der Anspruch, Berufstätigkeit, Partnerschaft und Kindererziehung gleichzeitig zu leben, heute eine Selbstverständlichkeit. Sie wollen sich nicht mehr zwischen Familie oder Beruf entscheiden.

Der 8. März also ein Tag der Festreden  über das Erreichte  - wie bei den alljährlichen Frauen-Empfängen von Oberbürgermeisterin Dieckmann aus diesem Anlass? 

Sieht es denn aber mit den Frauenrechten in Bonn so rosig aus? Nehmen wir das Beispiel Erwerbstätigkeit - unabdingbar für eine eigenständige Existenzsicherung der Frauen und damit für echte Gleichberechtigung: Das Arbeitsamt Bonn/Rhein-Sieg stellt in seinem Bericht über den Januar 2001 fest, dass nur 44 Prozent der Arbeitslosen in der Region Frauen sind. Diese Zahl berücksichtigt jedoch nicht,  dass die Erwerbsquote bei den Frauen in Westdeutschland mit ca. 60 % immer noch erheblich unter der der Männer ( ca 80 % )  liegt. Frauen sind also auch in unserer Region überdurchschnittlich hoch von Erwerbslosigkeit betroffen. 

Warum aber liegt die Quote der Frauen,  die erwerbstätig sind oder sich als arbeitssuchend gemeldet haben, immer noch unter der der Männer, warum sind 90% der Teilzeitarbeitenden in Bonn Frauen?

Ein wichtiger Grund dafür ist sicherlich  das Problem der Kinderbetreuung für berufstätige Eltern. Die Stadt Bonn brüstet sich all zu gerne mit der 100 prozentigen Versorgung im Kindergartenbereich. Aber erstens handelt es sich meist um Halbtagsplätze, die - wenn überhaupt - nur eine Teilzeitarbeit ermöglichen. Und wohin mit den Kindern unter 3 und den Grundschulkindern ab 6? 

Wir haben in den Roten Blättern schon verschiedentlich darauf hingewiesen, dass es in Bonn fast gar keine Tagesplätze für Kinder unter 3 Jahren und viel zu wenig Hortplätze gibt. Viele als Elterninitiativen an den Grundschulen organisierte sogenannte Übermittagsbetreuungen leiden zudem an chronischer Raum- und Geldknappheit.

Da in NRW im Jahre 1999 der Bruttomonatslohn von Arbeiterinnen nur 73,4 % des Monatslohns eines Arbeiters und das Monatsgehalt einer Angestellten lediglich 71,25 % des Gehalts eines männlichen Kollegen betrug ( nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW ), ist die Entscheidung wer in der Familie ganz oder halbtags zuhause bleibt, schnell gefallen. Diese Frauen bleiben wirtschaftlich vom Partner abhängig und sind als Rentnerinnen oft Opfer der Altersarmut.

Unser Beispiel zeigt: Gleichberechtigung, gleiche Rechte für Männer und Frauen - selbst dieses erste Etappenziel der Initiatorinnen des Internationalen Frauentages ist bis heute nicht erreicht. Ganz zu schweigen von dem weitergehenden Ziel der wahren „Emanzipation“, d.h. der Befreiung der Frauen ( und auch der Männer! ) von Ausbeutung, Herrschaft und Unterdrückung.

Und solange das gilt bleibt ein internationaler Kampftag für Frauenrechte zeitgemäß - in Bonn und anderswo!

Inhalt

Stichwort:
8. März - Internationaler Frauentag
Von der II. Internationalen  Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen wurde der Internationale Frauentag 1910 ins Leben gerufen. Seitdem gilt er als Kampftag der Arbeiterbewegung zur Durchsetzung der Forderungen der Frauen.
Was war der Anlaß, einen solchen Tag zu proklamieren? 1908 und 1909 streikten in Manhatten monatelang Tausende von Textil- und Tabakarbeiterinnen für höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten. Tausende von ihnen wurden verhaftet und in Gefängnisse gesteckt. Ihre soziale Lage war katastrophal. Die Forderung nach Gleichberechtigung galt als eine verrückte Idee einiger weniger. Schließlich durften sich die Frauen nicht einmal an Wahlen beteiligen.
Von Anfang an verbanden Kommunistinnen wie Clara Zetkin den Kampf für bessere soziale Bedingungen und mehr Frauenrechte mit dem Kampf der Arbeitsbewegung für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. 

Inhalt
Gesamtschule:
Elternwille ohne Bedeutung???

Mehr als 1 000 Kinder wurden in diesem Jahr an Bonner Gesamtschulen angemeldet. Dieser neue Rekord ist ein schöner Erfolg für die drei betroffenen Schulen. Es ist jedoch ein trauriger Rekord für viele Eltern: auch in diesem Jahr stehen nur ca. 400 Plätze zur Verfügung und mehr als 60 Prozent aller Kinder werden eine Absage erhalten.

Nachdem diese Situation nun ununterbrochen seit mehreren Jahren besteht, ist die Stadt Bonn gesetzlich verpflichtet, dem Elternwillen folgend eine vierte Gesamtschule einzurichten, Schulamtsleiter Koch-Gombert hält das verharmlosend für eine „äußerst schwierige Kiste“ und verweist auf leere Kassen und Raumnot.

Damit sollten sich die Eltern nicht abspeisen lassen: schließlich geht es um die Zukunft ihrer Kinder.

Es bleibt zu wünschen, dass sich rechtzeitig eine „Initiative Vierte Gesamtschule“ gründet, die der Stadt Bonn Beine macht, den Elternwillen zu respektieren. Damit sich im nächsten Jahr nicht der traurige Rekord der Absagen wiederholt., sondern eine neue Rekordzahl an Gesamtschulplätzen in Bonn zur Verfügung steht.

Inhalt
Was hat die Bilanz der Deutschen Bank mit dem Schimmel an Bonns Schulgebäuden zu tun?

Am 1. Februar 2001 verkündete der Vorstandssprecher der Deutschen Bank in der Bilanzkonferenz für das Jahr 2000 ein neues Rekordergebnis. „Die größte deutsche Bank teilte mit, insgesamt habe sich der Jahresüberschuss im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 4,949 Mrd. Euro verdoppelt“ (Handelsblatt vom 2.2.01). Es folgten Bilanzkonferenzen der anderen deutschen Großbanken mit ähnlich guten Ergebnissen.

Anfang Februar häuften sich in der kommunalen Presse die Meldungen über bauliche Missstände an Bonner Schulen: Schimmelbefall, undichte Fenster und Dächer, unhygienische Toiletten, schlechte und gesundheitsgefährdende Lampen...

Der vorerst traurige Höhepunkt war erreicht, als am 15. Februar 150 Schülerinnen und Schüler der Michaelschule das marode Schulgebäude an der Haydnstraße räumen mussten, weil sich gesundheitliche Beschwerden wegen des Schimmelbefalls bei Lehrern und Schülern häuften.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun, fragen Sie sich?

Etwas mehr als 10 Millionen DM gibt die Stadt Bonn jährlich für die Instandhaltung ihrer Schulen aus. Das reicht gerade mal, die schlimmsten Mängel zu beseitigen. Denn viele Schulgebäude sind alt, überfüllt und über Jahrzehnte wurde nichts daran getan.

Im gerade diskutierten Haushaltsentwurf für die Jahre 2001/2001 ist zu lesen, dass die Stadt Bonn jährlich Millionen DM an Zinsen für ihren Schuldendienst bezahlt: an Deutsche Bank und Konsorten. Unsere Steuergroschen tragen also zu deren Rekordprofiten bei und gespart wird statt dessen auf dem Rücken der Kinder und LehrerInnen.

Deshalb fordert die DKP ein Zinsmoratorium auf kommunaler Ebene: alle Zinszahlungen sollen zunächst ausgesetzt und dann auf Null zurückgefahren werden.

Damit mehr Geld da ist, um z.B., den Schimmel an Bonner Schulen wirksam zu bekämpfen...

Inhalt
Nachgefragt

Fast täglich ist zu lesen welchen Anteil an der  Entwicklung Bonns nach dem Berlin-Beschluss die Telekommunikations- und IT-Branche hat. Allein im Jahr 2000 sind 129 IT-Firmen in der Region neu gegründet worden ( generalanzeiger vom 02.01.01 )  In diesem Bereich seien Tausende Arbeitsplätze entstanden und der durch den Umzug befürchtete wirtschaftliche Niedergang Bonns so verhindert worden.
Nach dem Umzugsbeschluss hieß es, dass vor allem Frauen durch den Umzug ihren Arbeitsplatz verlieren würden. Rote Blätter fragt nach: inwieweit sind Frauen auch Nutznießerinnen des Bonner „Booms“ in der IT-Branche?

Schließlich hat Bundesfamilienministerin Bergmann noch im Dezember darauf verwiesen, dass lediglich 14% der Auszubildenden in der IT-Branche und 17% der Informatik-Studierenden weiblich sind ( Bonner Generalanzeiger vom 16./17.12.2000 )

Fast könnte man meinen, die jungen Frauen wüßten was Ihnen in der Mannerdomäne blüht:  eine Studie der Bundesanstalt für Arbeit belegte nämlich, dass „ Gerade in Fächern wie Informatik und Ingenieurwissenschaften, für die der Arbeitsmarkt derzeit optimal ist, Frauen viel schlechtere  Chancen als Männer haben.“ ( Bonner Generalanzeiger 03.05.00 ). In beiden Fachbereichen sind  laut der Studie doppelt so viele Absolventinnen wie Absolventen arbeitslos.

Hat angesichts dieser alarmierenden Zahlen das Bonner Arbeitsamt einen Überblick über Ausbildung und Beschäftigung von Frauen  in Bonner Firmen der IT-Branche ? Gibt es Vorgaben zur Frauenförderung an die Firmen, die sich in Bonn ansiedeln wollen und dabei u.U. Subventionen aus Steuergeldern erhalten? 

Inhalt
Vor 2 Jahren
Es begann mit einer Lüge:
Der Angriff der NATO auf Jugoslawien

Vor 2 Jahren schlug die NATO zu: 78 Tage lang zerbombte sie Jugoslawien. 2000 Zivilisten, darunter fast 800 Kinder und Jugendliche, wurden von der Nato zerfetzt, erschlagen, verbrannt. Nur so, behaupteten die NATO-Führer, ließen sich andere Zivilisten vor der jugoslawischen Armee retten. Doch die Gräueltaten, die Kriegsminister Scharping im deutschen Fernsehen den Jugoslawen anlastete, waren frei erfundene Gräuelmärchen. 

In dem Fernsehfilm von Monitor „Es begann mit einer Lüge“ (ARD am 8.2.01 und WDR 3 am 19.2.01) konnten die Fernsehauftritte Scharpings während des Krieges als Propagandalügen aufgedeckt werden: Kein KZ im Fußballstadion von Pristina, kein Massaker an albanischen Zivilisten im Dorf Rugovo, kein Hufeisenplan zur Vertreibung der Albaner aus dem Kosovo. Die Zeugen, die Monitor aufspürte: Ein deutscher General bei der OSZE, ein deutscher Polizeibeamter, der im Kosovo tote UCK-Kämpfer geborgen hat. Außerdem ein albanischer Politiker aus Pristina, der die Stadt während der Angriffe nicht verlassen hatte, und weitere Albaner aus Dörfern, wo Scharpings Erfindungsgeist Massaker an Zivilisten ausgemacht hatte. Und schließlich noch Geheimpapiere aus den Stahlschränken des deutschen Kriegsministeriums. Selbst Schmidt-Jortzig (FDP), Kohls letzter Bundesjustizminister, hält diesen Krieg und seine Vorbereitung für rechtswidrig, wie kürzlich in der UZ zu lesen war.

„Miserabel recherchiert“ dröhnte es zu diesen Tatsachen aus der rot-grünen Koalition in einer aktuellen Stunde des Bundestags am 16.2.01, die die PDS beantragt hatte. Getroffene Hunde bellen, kann man zu der Aufregung der regierungstreuen Kriegsfanatiker nur sagen. Material, das Scharping hätte entlasten können, ließ sich beim besten Willen nicht auftreiben. Doch von NATO-Sprecher Shea erhielt Scharping höchstes Lob für seine lügnerische Kriegshetze: Er habe „seinen Job gut gemacht“. Ohne die deutsche Kriegspropaganda hätte man den Angriff nicht starten können, meinte Shea, vergaß aber hinzuzufügen: Ohne diesem Angriff würden Tausende von Zivilisten noch leben wie zum Beispiel die 3-jährige Milica Rakic, die in der elterlichen Wohnung in Batajnica nahe Belgrad auf dem Töpfchen sitzend von der NATO „aus humanitären Gründen“ umgebracht wurde.

In diesem Mordfall und in den Tausenden anderen haben die Täter auch deutsche Namen: Schröder, Scharping, Fischer. Bleibt die Bonner Staatsanwaltschaft in dieser Sache trotz einer Strafanzeige weiterhin untätig oder wird sie aufgrund der erdrückenden Beweise ihre Ermittlungen beginnen, fragen jetzt die Roten Blätter.

(Der Wortlaut der Monitor-Sendung ist unter http://www.wdr.de/online/news/kosovoluege zu finden.)

Inhalt
12. UZ-Pressefest der DKP
22.-24. Juni 2001
in Dortmund

Vom 22. bis 24. Juni findet in Dortmund das 12. UZ-Pressefest der DKP statt. Es ist ein Fest gegen rechts, gegen den Krieg, gegen Kapitalismus und Ausbeutung, ein Fest zu dem wir alle Interessierten einladen möchten. Geplant ist ein vielfältiges politisches und kulturelles Programm, ein Kinderfest, Infostände vieler Organisationen. In den nächsten roten blättern wird das Programm ausführlich vorgestellt werden.

Inhalt
Die DKP Bonn im Internet

Seit kurzem ist die DKP Bonn/ Rhein-Sieg auch im Internet zu finden:

Internet-Seite:
http://www.go.to/dkp-bonn

E-Mail-Adresse:
DKP.BonnRheinSieg@gmx.de.

Zurueck