VII. Die DKP
Die DKP steht in der Tradition der kommunistischen Bewegung. Sie ist hervorgegangen aus dem mehr als 150jährigen Kampf der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung gegen kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Militarismus und Krieg. In ihr haben sich Kommunistinnen und Kommunisten unterschiedlicher Herkunft organisiert, um gemeinsam gegen die herrschenden Verhältnisse, für demokratische und soziale Grundrechte, für Frieden, Antifaschismus, für eine gesellschaftliche Alternative zum Kapitalismus zu kämpfen.
In der DKP sind Arbeiter und Angestellte aus Industrie und dem Dienstleistungsgewerbe, in der Landwirtschaft Beschäftigte, Wissenschaftler, Künstler, Schüler, Studenten, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Rentner organisiert. Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik, Migrantinnen und Migranten. Unsere Mitglieder eint - unabhängig von ihrer Herkunft - die gemeinsame Weltanschauung und die Überzeugung, dass die heutige kapitalistische Gesellschaft nicht das Ende der Geschichte darstellt: Gesellschaftliche Veränderungen, eine neue Gesellschaft sind notwendig und möglich!
Die DKP - 1968 neu konstituiert - fordert die Aufhebung des KPD-Verbotes von 1956 und die Rehabilitierung der Opfer des Kalten Krieges in der Bundesrepublik Deutschland. Die Rechte der von Berufsverboten in der BRD Betroffenen sind wiederherzustellen. Die Ungleichbehandlung der Bürgerinnen und Bürger der früheren DDR bei Lohn- und Gehalt, der Anrechnung von Arbeitsjahren, das Rentenstrafrecht sowie die politische Strafverfolgung müssen beendet werden!
Seit ihren Anfängen treten Kommunisten für die Emanzipation der Menschen, für sozialen Fortschritt, für eine Welt des Friedens, für die Teilhabe aller am kulturellen Reichtum der Geschichte und Gegenwart ein. Sie kämpfen gegen Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Privilegien der Herrschenden und Verelendung der Massen, gegen Kriege und gegen geistige Manipulation und Verdummung für eine neue Gesellschaft. Sie wahren die Traditionen progressiver Bewegungen der Vergangenheit, knüpfen an an die Ideen des Humanismus und der Aufklärung.
Kommunistische Politik bedarf eines theoretischen Fundaments, der wissenschaftlichen Analyse der Gesellschaft, ihrer Strukturen und Prozesse. Die DKP leistet im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu dieser wissenschaftlichen Analyse ihre Beitrage, um begründete Erkenntnisse für gesellschaftliches Handeln zu gewinnen. Auf dieser Basis entwickelt sie ihre politische Strategie und Taktik.
Theoretische Grundlage des politischen Wirkens der DKP ist die wissenschaftliche Weltanschauung, deren Fundamente im Wesentlichen von Marx, Engels und Lenin erarbeitet wurden.
Unsere wissenschaftliche Weltanschauung ist kein Dogma. Sie muss auf der ständigen Analyse und Verallgemeinerung der Ergebnisse der einzelnen Wissenschaften beruhen. Die konkreten gesellschaftlichen Verhältnisse sind zu beachten. Erfahrungen, die - national wie international - in Klassenkämpfe gewonnen wurden, Zusammenhänge und Widersprüche sind zu berücksichtigen.
Das bedeutet, die gewonnen Erkenntnisse immer wieder aufs Neue zu überprüfen, weiterzuentwickeln und an der gesellschaftlichen Praxis zu messen. Marx, Engels und Lenin, die den Marxismus als Weltanschauung begründeten, aber auch andere marxistische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich sehr streng an wissenschaftliche Kriterien bei ihrer Betrachtung der Welt, der politischen, der ökonomischen Verhältnisse, der Natur und des Denkens gehalten und ihre eigenen Analysen und Schlussfolgerung immer wieder der Überprüfung unterzogen.
Bei den Überlegungen über eine mögliche gesellschaftliche Alternative zur gegenwärtigen Gesellschaft bleibt für die DKP auch in der heutigen Situation die von Marx und Engels gestellte Frage nach den Macht- und Eigentumsverhältnissen wesentlich. Der Sozialismus fällt nicht vom Himmel, er wird das Ergebnis des Kampfes der Arbeiterklasse im Bündnis mit anderen sozialen Schichten und Bewegungen sein.
Die DKP sieht die Schwerpunkte ihrer Arbeit unter den heutigen Bedingungen im Kampf um Frieden und Abrüstung, gegen imperialistischen Krieg. Sie organisiert gemeinsam mit anderen Kräften den Widerstand gegen Sozial- und Demokratieabbau, gegen Rassismus und Faschismus.
Sie orientiert in erster Linie auf die Arbeit in den Betrieben, Institutionen und in den Gewerkschaften, in politischen und sozialen außerparlamentarischen Bewegungen. Sie tritt für die Aktionseinheit der Arbeiterklasse und für breite Bündnisse ein.
Sie kämpft für gleiche Bildungschancen und die Zukunft der Jugend. Von höchster Bedeutung ist es, die Jugend für diesen Kampf und seine Ziele zu gewinnen. Der Kapitalismus hat jungen Menschen keinen keine Zukunftsperspektive anzubieten; überall treffen junge Menschen auf Egoismus und Entsolidarisierung, auf Korruption und Kriminalität, auf Abhängigkeit und Ausbeutung.
Es ist eine Herausforderung der DKP, unter der Jugend den Marxismus zu verbreiten, über den Sozialismus als notwendige gesellschaftliche Alternative zum Kapitalismus aufzuklären. Für die DKP ist die SDAJ aufgrund der gemeinsamen Weltanschauung der engste Partner.
Die DKP tritt ein für die Gleichberechtigung der Geschlechter, gegen Diskriminierung und für die Rechte von Lesben und Schwulen.
Die DKP ruft alle in diesem Land, die gleiche Positionen vertreten, auf: Werdet Mitglied der kommunistischen Partei. Organisiert Euch - trotz vielleicht noch bestehender Meinungsunterschiede in Einzelfragen - in der DKP! Stärkt die DKP, stärkt ihre Zeitung, die UZ!
Die DKP sieht die Notwendigkeit der verstärkten internationalen Zusammenarbeit der marxistischen Linken angesichts der wachsenden gesellschaftlichen Widersprüche und neuen Herausforderungen. Grundlage dafür sind die Gleichberechtigung und Souveränität aller beteiligten Kräfte und Parteien, Akzeptanz der Unterschiede. Wünschenswert ist, gemeinsam Vorstellungen über notwendige gesellschaftliche Veränderungen und Aktionen sowie den Sozialismus zu erarbeiten und zu diskutieren.
Dies ist die Voraussetzung dafür, die Zusammenarbeit der gesamten linken Parteien und Bewegungen international zu entwickeln, um in der Aktionseinheit, in breiten Bündnissen, Initiativen und Bewegungen den produktiven Wettstreit von Ideen und Weltanschauungen zu fördern und. progressive Entwicklungsmöglichkeiten gemeinsam zu erstreiten.
Die DKP steht solidarisch an der Seite der unterdrückten Völker, an der Seite der antiimperialistischen Befreiungsbewegungen und der Völker, die um ihre Unabhängigkeit ringen. Die DKP hat und wird ihre praktische Solidarität mit dem kubanischen Volk fortsetzen und verstärken: Sie übt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Solidarität mit den Befreiungsbewegungen auf allen Kontinenten. Sie unterstützt die Solidaritätsbewegungen für jene Kämpfer, die sich überall auf der Welt dem Terror und der Unterdrückung von Minderheiten entgegenstellen und für die Rechte der Unterdrückten und der Arbeiterklasse eintreten.
Wir sind und bleiben eine konsequent internationalistische, antiimperialistische, antimilitaristische und antifaschistische Partei. Unsere Forderung bleibt:
"Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt Euch!"