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Aus dem Tollhaus des Kapitalismus

Willy Wimmer, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Neuss, nannte es ein Stück aus dem Tollhaus, wenn deutsche Soldaten in Mazedonien Waffen einsammeln sollen. Es handelt sich um Schießzeug, mit dem die USA die albanischen UCK-Terroristen für ihr blutiges Handwerk „aufgebaut“ hatten und das über die von deutschen Soldaten „bewachte“ Grenze vom Kosovo nach Mazedonien verfrachtet worden war. Selbst militärische Erfolge der mazedonischen Regierung wurden vereitelt: 400 eingeschlossene Terroristen durften unter amerikanischem Schutz in klimatisierten US-Bussen und mit ihren Waffen ins Kosovo zurückfahren. Dort bauen die USA ihre größte ausländische Militärbasis seit dem Vietnamkrieg. Der Balkan ist militärisches Sprungbrett zu größeren Zielen: Südflanke der Ukraine und Rußlands, vor allem Kaukasus und kaspisches Meer.
Von Skopje nach Stalingrad?

In Bosnien, Montenegro und im Kosovo werden Löhne, Steuern und Zölle in DM, nicht in Dollar gezahlt – ein kuscheliges Plätzchen zur Geldwäsche, an der die militärischen Albanerfürsten bei ihrem milliardenschweren Drogen- und Frauenhandel in Europa dringend interessiert sind. Billigstlöhne machen die gesamte Region interessant. Das Öl im Kaukasus und am kaspischen Meer lockt noch immer wie vor 60 Jahren, als die deutsche Großindustrie und Hitler in einem Blitzkrieg dorthin wollten, aber kurz vor dem Ziel in Stalingrad stecken blieben. 

Strategischer Korridor

Unterstellungen? Mitnichten! Die EU und die USA haben sich seit einigen Jahren auf ein „paneuropäisches Netz“ von etwa 10 „strategischen Korridoren“ geeinigt, mittels derer Osteuropa für den Westen verkehrstechnisch, wirtschaftlich und militärisch nutzbringend „erschlossen“ werden soll. Einer dieser Korridore, an dem besonders die USA interessiert sind, führt vom Mittelmeer am Kosovo vorbei und über Mazedonien zum Schwarzen Meer (http://www.zeit-fragen.ch/ ARCHIV/ZF_82d/T01.HTM). Keines der Industrieländer darf bei der Eroberung jener Region einem andern den Vortritt lassen, aber jedes beansprucht die Führungsrolle. Das Trio Schröder, Scharping und Fischer beschwört deutsche Bündnistreue und die „deutschen Interessen auf dem Balkan“, um den letzten deutschen Zweifler zum Waffensammeln zu bewegen. Wäre Deutschland nicht mit von der Partie, dann ginge sein Einfluss auf dem Balkan verloren. Nebenbei bemerkt: Die USA schicken nicht einen Mann zum Waffensammeln. Und augenzwinkernd verrät das deutsche Kriegertrio, dass man nur einen Bruchteil der Waffen einsammeln werde. Aber das sei bei der „wesentlichen Ernte“, wie das krumme Ding heißt, auch nicht wesentlich. Es ginge um die „Symbolkraft“, wofür Scharping plötzlich eine halbe Milliarde DM – vielleicht aus gekürzter Sozialhilfe – von Schröder erhält.
Kapitalistische Konkurrenz

Symbol für wen? Symbol gegen wen? Die wirtschaftliche Konkurrenz zwischen EU und den USA, die Konkurrenz innerhalb der EU zwingt jedem dieser Länder eine abenteuerliche, mörderische Politik auf. Die USA wollen ihre Weltmachtrolle behalten, sonst wären sie mit ihrem kapitalistischen „american way of life“ am Ende. Deutschland will in der EU die Führungsrolle an sich ziehen, sonst müßten seine Manager kleinere Brötchen backen lassen. Miteinander und gleichzeitig gegeneinander. Unruhe stiften, anschließend symbolisches Waffensammeln.

Zurück bleiben unzählige Tote und zerstörte Länder wie Guatemala, Somalia, Libanon, Kongo, Irak, Afghanistan, Jugoslawien, um einige zu nennen, die die kapitalistische Konkurrenz in den letzten Jahrzehnten unter allerlei Vorwänden in Krieg, Hunger und Elend getrieben hat.

„Diesem System keinen Mann und keinen Groschen,“ sagte schon August Bebel,
Mitbegründer der SPD. Denn, so sagen wir:

Kapitalismus führt zu Krieg!
 

Deutsche Kommunistische Partei Bonn/Rhein-Sieg
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