Hans-Peter
Brenner
Die Versuche der verschiedensten Human-, Natur- und Geisteswissenschaften
mit den unterschiedlichsten Persönlichkeitstheorien und Anthropologien
eine Antwort auf die berühmte Kantsche Frage „Was ist der Mensch?“
zu erhalten, sind ebenso zahlreich wie widersprüchlich.
In den letzten Jahren wurde mit dem Konzept der „bio-psychosozialen
Einheit Mensch“ ein theoretischer Ansatz entwickelt, der beansprucht, zu
einem neuen Verständnis von der Ganzheitlichkeit des Menschen zu gelangen.
In der psychosomatischen Medizin, der klinischen Psychologie, der Verhaltensmedizin,
der Gesundheitspsychologie und in Diagnose und Therapie unterschiedlicher
psychischer und psychosomatischer Erkrankungen hat dieses Konzept mittlerweile
Fuß gefasst.
Die hier vorgelegte Studie arbeitet die Entstehung dieses Ansatzes
heraus. Sie konzentriert sich dabei besonders auf den wissenschaftstheoretisch
verblüffenden Umstand, dass in den 70er und 80er Jahren des letzten
Jahrhunderts nahezu zeitgleich sowohl in der damaligen BRD wie in der DDR
an diesem Konzept gearbeitet wurde.
Wie war (und ist) der Gedanke der „bio-psychosozialen Einheit“ zu vereinbaren
gewesen mit dem paradigmatischen Anspruch der marxistischen Persönlichkeitstheorie,
die das menschliche Wesen doch als „Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse“
(Karl Marx) interpretierte?
Welche wissenschaftlichen Traditionslinien, die sich auf das Marxsche
Erbe beriefen, erwiesen sich dabei als Irrwege und Sackgassen? Wie wirkten
sich die Entwicklungen in der sowjetischen Psychologie auf diesen Entwicklungsprozess
aus? Welchen Beitrag lieferte die marxistisch orientierte Psychologie und
Philosophie der „alten“ Bundesrepublik?
Diese Studie eines „westlichen“ Marxisten, Psychologen und Psychotherapeuten
plädiert für einen unvoreingenommenen Umgang mit dem wissenschaftlichen
Erbe der DDR, das auch dem besseren Verständnis der eigenen Wissenschaft
und Praxis dient.
Der Autor:
Dr. phil. Hans-Peter Brenner, geb. 1947. Diplompsychologe und Psychologischer
Psychotherapeut; im Erstberuf Volks- und Realschullehrer, langjährige
Tätigkeit als Legasthenietherapeut. Zahlreiche Funktionen in der marxistischen
Studenten- und Arbeiterbewegung. Engagiert in der ärztlichen und psychotherapeutischen
Interessensvertretung und Selbstverwaltung. Publikationen zur marxistischen
Persönlichkeits- und Klassentheorie und Gesundheitspolitik.
Stimmen zum Buch:
„... eine Arbeit zur Geschichte der Persönlichkeitstheorie mit
hohem philosophischen und psychologischen Sachverstand geschrieben, die
ihresgleichen sucht. Die Arbeit sichert einen breiten Fundus für weitere
Forschungen.“
Prof. W. Jantzen (Universität Bremen)
„... sorgfältige Entfaltung der für die praktische Psychologie
belangvollen theoretischen Positionen eines Forschungsansatzes, aus dem
wichtige Elemente für das Selbstverständnis des Psychologen und
Sozialpraktikers gewonnen werden können.“
Prof. H. H. Holz (Universität Groningen)
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